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Rede von BfV-Präsident Dr. Maaßen auf der 6. Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit am 21. Juni

BfV-Newsletter Nr. 3/2018 - Thema 4

Auf der 6. „Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit“ des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam diskutierten vom 21. bis 22. Juni 2018 Vertreter aus Wissenschaft, IT-Wirtschaft, Zivil­gesellschaft sowie von Sicherheits­behörden und Politik aus Deutschland und Europa zur Cyber­sicherheits­lage.

Einleitend stellte der Präsident des BfV Dr. Hans-Georg Maaßen in seinem Vortrag fest, dass die Cyber­technologien nicht nur Prozesse in Wirtschaft, Forschung, Logistik oder Wert­papier­handel optimieren würden, sondern in gleichem Maße auch Spionage und Sabotage sowie verdeckte Einfluss­nahmen und Propaganda mit globaler Reichweite erleichtern. Deshalb komme es zu einer Ausweitung der Tätigkeits­felder der Spionageabwehr und zu einem Anstieg der relevanten Akteure, mit denen sich das BfV als Abwehrdienst auseinander­zusetzen habe. Mittlerweile hätten sich Cyber­kampagnen als Standard­werkzeug zahlreicher Nachrichtendienste etabliert. So würden im Sommer 2018 Cyberangriffe, die zur Vorbereitung von Sabotage­aktionen dienen, besondere Auf­merk­sam­keit verlangen.

Dr. Maaßen erinnerte in diesem Zusammen­hang an die Angriffe auf Kritische Infra­strukturen in der Ukraine sowie auf europäische und amerikanische Einrichtungen im Energie­sektor, die in den letzten Jahren und Monaten von vermutlich russischen Angreifern durchgeführt wurden. Die Opfer­systeme seien durch die Angriffs­kampagne Berserk Bear ausgespäht, in der Ukraine 2015 sogar sabotiert worden. Um Hintergründe und Urheberschaft aufzuklären, arbeite das BfV mit nationalen und internationalen Partnern weiter an der Aufklärung dieser Kampagne.

Der Modus Operandi sei tatsächlich eines von mehreren Indizien, die auf eine russische Steuerung der Angriffs­kampagne hindeuten würden. Am 13. Juni 2018 habe das BfV die Öffentlichkeit über seine Erkenntnisse zu erkannten Schad­indikatoren im BfV Cyber-Brief 1/2018 unterrichtet. Damit seien gefährdete Stellen in der Lage gewesen, eine eigene Betroffenheit festzustellen und potenzielle Zugriffe auf ihr IT-Netzwerk bereits im Vorfeld zu sperren. Auch zu den chinesischen und iranischen Cyber­aktivitäten führte der Präsident aus, dass diese nach wie vor in der Lage seien, langwierige und technisch anspruchsvolle Spionage­angriffe im Cyber­raum durchzuführen. Daneben sei außerdem mit der Türkei ein neuer Akteur im Cyber­raum aufgetreten, dessen Fähigkeiten man ernst nehmen müsse.

Die technischen Maßnahmen zur Absicherung des Cyber­raums, so Dr. Maaßen, bleiben damit eine große Heraus­forderung. Zudem bestehe eine Gefahr durch sogenannte Hack-and-Leak-Operationen wie bei den Präsident­schafts­wahlen in den USA 2016 und Frankreich 2017, als Cyber­angriffe zur Vorbereitung von Des­informations- und Einfluss­kampagnen genutzt wurden.

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Herausgeber: Bundesamt für Verfassungsschutz
Stand: Oktober 2018

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