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BfV-Newsletter Nr. 2/2017 - Thema 7

Der „Islamische Staat“ (IS) präsentiert Waffen aus eigener Produktion und ruft zu Anschlägen im Westen auf

Am 17. Mai 2017 veröffentlichte das Medienbüro der IS-Provinz Ninawa (Irak) ein Video mit dem Titel „Wir werden sie auf unsere Wege führen“. Darin werden zu Beginn zwei ausländische Kämpfer bei der Vorbereitung und Ausführung von Selbstmordanschlägen auf Fahrzeuge der irakischen Armee gezeigt.

Anschließend stellt ein Sprecher aus dem Off mehrere Attentäter vor, die nicht ins „Kalifat“ ausgewandert seien, sondern Anschläge auf westlichem Boden verübten. Dazu werden Porträts verschiedener Attentäter eingeblendet, darunter Anis Amri und Omar Mateen. Amri verübte den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin am 19. Dezember 2016, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen. Mateen erschoss am 12. Juni 2016 in einem von Homosexuellen besuchten Nachtclub in Orlando (USA) 49 Menschen. Bei beiden Anschlägen wurden zudem zahlreiche Menschen teilweise schwer verletzt. Die vorgestellten Kämpfer hätten, so der Sprecher, Angst und Schrecken in die Häuser der „Ungläubigen“ gebracht.

Weiter im Video werden Sequenzen mit Kämpfern und angeblich durch den IS selbst hergestellte Waffen und Drohnen gezeigt. In diesem Zusammenhang wird ein englischsprachiger Kämpfer eingeblendet, der die USA beschuldigt, den Krieg und den Terror in Syrien, im Irak, in Libyen und in Afghanistan anzufeuern und für das Sterben von Muslimen verantwortlich zu sein. Er appelliert an die Muslime in den USA, nicht mehr über das Leid ihrer Glaubensbrüder hinwegzusehen und ruft sie zu Gewalt gegen die „Ungläubigen“ auf. Auf angebliche Presseberichte, wonach der IS von den USA mit Waffen beliefert wird, antwortet der englischsprachige Kämpfer, dass der IS, abgesehen von der Beschaffung von Waffen als legitimer Kriegsbeute, auch selbst in der Lage sei, Waffen zu produzieren. Dazu werden Sequenzen eingespielt, in denen angeblich die Herstellung von Panzerfäusten sowie wärmesuchenden Raketenwerfern in Fabriken des IS gezeigt wird.

Sodann wird ein russischsprachiger Kämpfer eingeblendet. Der sich als Scharfschütze bezeichnende Kämpfer preist die angeblich selbst hergestellten Nacht- und Thermalsichtgeräte des IS und stellt verschiedene Panzerfäuste vor. Auch er ruft die Muslime, die sich nicht im Kalifat befinden, zu Anschlägen auf:

„Sie haben euch die Ausreise in den Islamischen Staat verboten. Dann übt den Jihad in deren Ländern aus. Lasst sie keinen Frieden erfahren. Lasst sie in Angst leben.“

Anschließend wird ein französischsprachiger Kämpfer gezeigt. Dieser beschuldigt Frankreich, ein Teil der „Achse des Terrors“ zu sein. Er betont, dem IS stünden ausreichend Waffen zur Verfügung. So sei dieser in der Lage, auch ferngesteuerte Raketen und Sprengsätze zu produzieren. Auch der französischsprachige Kämpfer ruft die Muslime im Westen zu Anschlägen auf.

Nach weiteren Sequenzen mit Selbstmordoperationen werden am Ende Bilder von potenziellen Zielen eingeblendet. Bei diesen handelt es sich unter anderem um Las Vegas, den Times Square in New York, ein Krankenhaus in Baltimore (USA), den Atatürk-Flughafen in Istanbul sowie einen Wolkenkratzer in Peking. Im Hintergrund werden die Bilder mit einem bereits bekannten sogenannten Nashid des deutschen Jihadisten Denis Cuspert untermalt. In dem Nashid heißt es unter anderem:

„Das Feuer ist entzündet, und wir werden Euch verbrennen, erschlagen und ersticken (…). Gekommen, um zu schlachten, beseitigen wir Kuffar.“

Dazu wird eine aus einer früheren Ausgabe des IS-Onlinemagazins „RUMIYAH“ bekannte Anleitung zu Anschlägen mit Lastkraftwagen gezeigt.

Der IS bezweckt mit Veröffentlichungen wie der vorliegenden, sich weiterhin als handlungsfähigen Staat zu präsentieren und gleichzeitig von seiner schwieriger gewordenen Lage in seinem Gebiet abzulenken. In diesem Sinne äußerte sich am 5. April 2017 auch der Sprecher des IS Abu al-Hasan al-Muhajir in einer Audiobotschaft mit dem Titel „So sei geduldig! Das Versprechen Gottes ist wahr“. Darin ruft er die Sympathisanten des IS zu Anschlägen in den USA, Russland und Europa auf, damit Letztere vom Territorium des IS abgelenkt würden. Damit fügt sich das vorliegende Video in die bestehenden Anschlagsdrohungen des IS ein.

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Herausgeber: Bundesamt für Verfassungsschutz
Stand: Juni 2017

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