Rechtsextremistische Fahnen auf einer Demonstration zur Illustration des Arbeitsfeldes „Rechtsextremismus“

Subkulturell geprägte rechtsextremistische Szene

Die subkulturell geprägten Rechtsextremisten stellen mit 8.500 Personen den quantitativ größten Teilbereich im deutschen Rechtsextremismus. Dabei handelt es sich um ein zumeist unstrukturiertes, nicht homogenes Spektrum. Eine genaue Abgrenzung der einzelnen Strömungen untereinander ist nicht immer möglich.

CD-Cover rechtsextremistischer Bands zur Illustration der Rubrik „Subkulturell geprägte rechtsextremistische Szene“

Den Schwerpunkt der subkulturell geprägten Rechtsextremisten bildet die rechtsextremistische Musikszene, bestehend aus Musikgruppen und Liedermachern sowie deren Umfeld und Anhängern. Hierzu zählen Personen, die einschlägige Publikationen (Fanzines) herausgeben, Internet-Seiten betreiben, Konzerte organisieren, entsprechende Musik produzieren oder vertreiben bzw. als Besucher rechtsextremistischer Konzerte den größten Teil der subkulturellen Szene ausmachen. Kontakte zwischen Szeneangehörigen werden sowohl überregional als auch international insbesondere bei Konzerten oder sonstigen rechtsextremistischen Veranstaltungen (Verlinkung zum Beitrag Musik), über Internet-Foren und soziale Netzwerke geknüpft.

Die in der Vergangenheit in dieser Szene dominierende Skinhead-Subkultur hat an Bedeutung verloren und spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Geblieben ist die Vorliebe für Aktivitäten mit Erlebnischarakter, insbesondere der Besuch entsprechender Musikveranstaltungen. Die szenetypische Musik in unterschiedlichen Facetten, das oftmals durch Tätowierungen und Szene-Bekleidung geprägte äußere Erscheinungsbild und der damit verbundene Lebensstil bilden das verbindende Element.

Die mangelnde Bereitschaft zu politisch zielgerichteten Aktivitäten und zur Einbindung in feste organisatorische Strukturen sowie der fehlende ideologische Überbau sind charakteristische Merkmale der subkulturell geprägten Rechtsextremisten. Die wenigen Gruppierungen innerhalb dieser Szene haben in der Regel einen engen regionalen Bezug und bestehen aus einer eher losen Verbindung örtlich ansässiger, oft jugendlicher Personen.

Spätestens mit dem Verbot der deutschen „Blood & Honour“-Organisation im Jahr 2000 spielen feste und überregionale Strukturen für subkulturell geprägte Rechtsextremisten keine Rolle mehr.

Logo der „Hammerskins“Logo der „Hammerskins“, Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Hammerskins

Die einzige verbliebene bundesweit aktive Skinhead-Organisation ist die deutsche Sektion der weltweit agierenden „Hammerskins“. Die „Hammerskins“ wurden Ende der 1980er Jahre in den USA gegründet; Aktivitäten in Deutschland sind seit Anfang der 1990er Jahre bekannt. 1992 wurde die erste Regionalgruppe der „Hammerskins“ in Berlin gegründet. Analog zur Namensgebung ist das offizielle Emblem der „Hammerskins“ ein Abbild von zwei gekreuzten Zimmermannshämmern vor einem Zahnrad, zum Teil unterlegt mit der jeweiligen Landesflagge. Eigenen Angaben zufolge soll so „Stärke, Stolz und Solidarität“ zum Ausdruck gebracht werden. Nach dem Selbstverständnis der „Hammerskins“ sind alle Mitglieder gleichberechtigt. Aus diesem Grund gibt es weder weisungsberechtigte Chapter noch formelle Führungspositionen innerhalb der Vereinigung. In Deutschland treten die „Hammerskins“ – die über ein rassistisches und neonationalsozialistisches Weltbild verfügen – nur gelegentlich durch rechts-extremistische Konzerte in Erscheinung.

Rechtsextremismuspotenzial (1)
  2014 2015 2016
Tabelle „Rechtsextremismuspotenzial 2014-2016“, Stichtag: 31. Dezember 2016 (1) Die Zahlen sind zum Teil geschätzt und gerundet.
Subkulturell geprägte Rechtsextremisten 7.200 8.200 8.500
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