Foto einer Demonstration zum kurdischen Frühjahrsfest Newroz zur Illustration des Arbeitsfelds „Ausländerextremismus“

Türkische linksextremistische Organisationen

Allen türkischen Linksextremisten gemeinsam ist das Ziel, die Gesellschaftsordnung in der Türkei und die dortige politische Führung zu destabilisieren und letztlich zu überwinden. Ihre Agitation richtet sich daher insbesondere gegen das türkische Staats- und Verfassungssystem und gegen die von ihnen als „Oligarchie“ bezeichnete Regierung.

Logo „Türkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten“ (TKP/ML, „Partizan“-Flügel)VergrößernLogo „Türkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten“ (TKP/ML, „Partizan“-Flügel)

In Deutschland verfügen die türkischen linksextremistischen Gruppierungen über rund 2.550 Anhänger, davon entfallen auf die „Türkische Kommunistische Partei/​Marxisten-Leninisten“ (TKP/ML) rund 1.300, auf die „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front“ (DHKP-C) etwa 650 und auf die „Marxistische Leninistische Kommunistische Partei“ (MLKP) nahezu 600 Anhänger.

Logo „Marxistische Leninistische Kommunistische Partei“ (MLKP)VergrößernLogo „Marxistische Leninistische Kommunistische Partei“ (MLKP)

Die „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front“ (DHKP-C) ist die bedeutendste Organisation des türkischen linksextremistischen Spektrums. Sie spricht sich für eine revolutionäre Zerschlagung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung in der Türkei aus und zielt auf die Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft.

Als Hauptfeinde gelten die als „faschistisch“ und „oligarchisch“ bezeichnete Türkei und die USA. Aus ihrer Sicht dominiert der „US-Imperialismus“ die Türkei in politischer, wirtschaftlicher und vor allem militärischer Hinsicht. Zudem sei er die Hauptursache für die aktuellen Verhältnisse und Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten.

Logo „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front“ (DHKP-C)VergrößernLogo „Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front“ (DHKP-C)

Die DHKP-C bekennt sich in der Türkei zu einer Vielzahl von schwersten terroristischen Anschlägen gegen Angehörige und Einrichtungen von Sicherheitsbehörden und der Justiz. In Deutschland unterliegt die DHKP-C seit 1998 einem Organisationsverbot. Ihre politisch-propagandistischen Aktivitäten in Deutschland entfaltet die DHKP-C deshalb unter Tarnbezeichnungen. So tritt sie beispielsweise als „Volksfront“ („Halk Cephesi“) auf oder unter dem Namen ihrer Jugendorganisation „Devrimci Gençlik“ („Dev Genç“). Die bisher als Tarnorganisation verwendete „Anatolische Föderation“ („Anadolu Federasyonu“) wird zunehmend durch sogenannte Volksräte ersetzt. So bezeichnen sich mehrere örtliche DHKP-C-Vereine nunmehr neu als „Volksrat“. Dabei bestimmen neben den organisationsbezogenen Gedenktagen der DHKP-C immer wieder aktuelle Ereignisse in der Türkei Umfang und Zielrichtung der Aktivitäten. Insbesondere militante Aktionen und Attentate der DHKP-C in der Türkei stoßen auf große Resonanz und werden seitens der Organisation als wichtiges Mittel zur Stärkung des Zusammenhalts und der Motivation angesehen.

Die DHKP-C betrachtet Deutschland zwar als „Ruheraum“, zeigt jedoch mit ihren hierzulande durchgeführten Gedenkveranstaltungen für „Märtyrer“, dass auch die in Deutschland lebenden Anhänger die Linie der Gesamtpartei einschließlich der terroristischen Option mittragen. Die Betonung der Vorbildfunktion der „Revolutionsmärtyrer“ deutet darauf hin, dass die DHKP-C auch Deutschland beziehungsweise Europa als Rekrutierungsbasis für potenzielle Attentäter betrachtet.

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