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„Islamischer Staat“ (IS) propagiert direkte Beteiligung von Frauen an Kampfhandlungen

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Nachdem der „Islamische Staat“ (IS) bereits mehrfach Frauen zum Jihad aufgerufen hat, wird nun in einer Videoveröffentlichung der Terrororganisation deutlich, dass sich Frauen anscheinend tatsächlich direkt an militärischen Operationen beteiligen.

IS-Video zeigt erstmals Frau im Kampf

Am 7. Februar 2018 veröffentlichte das IS-Medienorgan „al-Hayat Media Center“ ein Video mit dem Titel „Inside the Khilafa 7“ (als Teil einer bekannten Reihe). Es hat eine Länge von 20:20 Minuten und wurde in einer arabisch- und einer englischsprachigen Version veröffentlicht. Das Video soll mit der Verlautbarung bekannter Durchhalteparolen und der Darstellung zahlreicher Kampfszenen in Syrien vor allem deutlich machen, dass der IS nach wie vor aktiv und schlagkräftig ist. Darüber hinaus zeigt das Video aber auch erstmals augenscheinlich eine Frau, die sich mit einer Schusswaffe direkt am Kampf beteiligt. In der ersten von zwei eher beiläufigen Szenen am Anfang des Videos erscheint die vollverschleierte Frau zusammen mit anderen Kämpfern inmitten eines Gefechts an der Front, wobei sie Gebrauch von der Schusswaffe macht. Laut begleitendem Sprechtext folgen die Frauen ihren Männern in den Kampf und nehmen Rache im Namen ihrer Religion und für die Ehre ihrer gefangenen Schwestern. In einer zweiten Szene gegen Ende des Videos werden dieselben Bilder teilweise nochmals gezeigt. Dabei erläutert ein Sprecher, die Söhne der Mujahidin könnten stolz auf die Taten ihrer Väter, aber auch auf die ihrer Mütter sein, die sich voll und ganz für die Verteidigung des „Dar al-Islam“ (Bezeichnung für islamisches Herrschaftsgebiet) einsetzten und ein Beispiel für alle bildeten, die dem Jihad fernbleiben. Gerade diese Teile des Videos riefen in der arabisch- aber auch deutschsprachigen IS-Unterstützerszene ein durchaus positives Echo hervor.

Änderung des Jihad-Narrativs

Ursprünglich sah der IS eine mehr oder weniger strikte Aufgabenverteilung zwischen Frauen und Männern vor. Damit befand er sich im Einklang mit der allgemeinen Auffassung der traditionellen islamischen Rechtsgelehrsamkeit. Frauen sollten demnach zwar in administrativen und militärisch unterstützenden Funktionen oder im Bereich der inneren Sicherheit, zum Beispiel in Polizeibrigaden, eingesetzt werden, sich aber nicht unmittelbar an Kriegshandlungen beteiligen. In den vergangenen Monaten hatte der IS bereits eine Änderung des Jihad-Narrativs erkennen lassen und Frauen zum Jihad aufgerufen. Dabei stützte er sich vor allem auf Beispiele aus der Zeit des Propheten Muhammad, in der es ebenfalls Frauen gab, die sich am Jihad beteiligen wollten. Unklar war bislang, was nach dieser Auffassung die Beteiligung der Frauen am Jihad im Einzelnen implizieren sollte und insbesondere, ob sie selbst in militärische Operationen involviert sein sollten. Mit dem aktuellen Video wird nun klargestellt, dass nach Überzeugung des IS den Frauen im Jihad nicht nur eine unterstützende Funktion zukommt, sondern sie ebenso wie die Männer zur Waffe greifen und sich direkt am Kampf an der Front beteiligen können.

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