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Deutsche Rechtsextremisten organisieren Musikveranstaltungen im Ausland

Schlaglicht Nr. 04/2017 „Deutsche Rechtsextremisten organisieren Musikveranstaltungen im Ausland“Vergrößern© Quelle: Internet

Am 18. März 2017 fand in Frankreich ein rechtsextremistisches Konzert mit maßgeblicher deutscher Beteiligung statt. Es war unter dem Motto „Defend Europe“ von deutschen und französischen „Hammerskins“ konspirativ vorbereitet und professionell durchgeführt worden. Bei den „Hammerskins“ handelt es sich um ein internationales Skinhead-Netzwerk, das in mehreren Ländern über Ableger verfügt. Ihre Ideologie ist von Rassismus und Neonationalsozialismus geprägt. Ziele sind die Erhaltung der „Reinheit der weißen Rasse“ sowie die Vereinigung aller rechtsextremistischen weißen Skinheads in einer weltweiten „Hammerskin Nation“.

Die Veranstaltung fand in einer angemieteten Sporthalle in einer kleinen Gemeinde im Raum Metz/Lothringen (Frankreich) statt und zählte rund 1.500 Besucher überwiegend aus Deutschland, aber auch aus verschiedenen anderen europäischen Ländern. Als Vorabtreffpunkt wurde am Veranstaltungstag über Infotelefonnummern ein Ort im südlichen Belgien nahe der französischen Grenze bekanntgegeben. Von dort wurden die anreisenden Konzertbesucher zum eigentlichen Veranstaltungsort in Frankreich gelotst.

Im Verlauf des Konzertes traten die bereits im Vorfeld angekündigten deutschen Musikgruppen „Blitzkrieg“, „Heiliger Krieg“ (beide Sachsen), „Division Germania“ (Nordrhein-Westfalen) sowie die szeneintern renommierte Band „Squadron“ (Großbritannien) und der Sänger der früheren australischen Kultband „Fortress“ auf. Die Veranstaltung verlief ohne besondere Vorkommnisse und störungsfrei.

Am 1. April 2017 fand ein weiteres von deutschen Rechtsextremisten organisiertes Konzert in Lothringen statt, mit dem eine für Anfang Juni angemeldete Demonstration unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) beworben wurde.

Bei dem Konzert mit wenigen Hundert Zuschauern unter dem Motto „Stimmen der Bewegung“ spielten die deutschen Bands „Carpe Diem“ (Baden-Württemberg), „Flak“, „Breakdown“ (beide Rheinland-Pfalz) und „Germanium“. Als einziger ausländischer Interpret des Abends trat wieder der Sänger von „Fortress“ zusammen mit deutschen Gastmusikern auf.

Eintrittskarten konnten im Vorfeld über eine E-Mail-Adresse bestellt werden. Der Vorabtreffpunkt war den Besuchern über eine eigens geschaltete Rufnummer am Veranstaltungstag bekanntgegeben worden und befand sich etwa zehn Kilometer nördlich von Metz (Frankreich). Das Konzert war ursprünglich für den Raum Karlsruhe beworben worden. Der Erlös der Veranstaltung soll nach Angaben der Organisatoren direkt in die politische Arbeit vor Ort fließen und komplett in die laufende Kampagne und die Abschlussdemonstration zur rechtsextremistischen Veranstaltung „Tag der deutschen Zukunft“ investiert werden, die für den 3. Juni in Karlsruhe angemeldet ist.

Mit rund 1.500 Teilnehmern, von denen die meisten aus Deutschland stammten, gehört das Konzert am 18. März 2017 zu den besucherstärksten Musikveranstaltungen der letzten Zeit, die (maßgeblich) von deutschen Rechtsextremisten im Ausland organisiert wurden. Die konspirative Vorbereitung und die professionelle Durchführung der Veranstaltung verdeutlichen die organisatorische Kompetenz und die enge Zusammenarbeit von deutschen und französischen Rechtsextremisten, die in der Vergangenheit bereits mehrfach gemeinsame Musikveranstaltungen in Frankreich organisiert haben. Dabei spielen die langjährigen länderübergreifenden Kontakte zu französischen Rechtsextremisten und die Grenznähe zu Deutschland eine entscheidende Rolle. Neben Frankreich werden derartige Musikveranstaltungen unter anderem auch in der Schweiz und gelegentlich in Belgien von deutschen Rechtsextremisten zumindest mitorganisiert.

Auch künftig ist mit solchen (Groß-)Veranstaltungen im benachbarten Ausland zu rechnen, wobei derzeit noch keine konkreten Termine für das Jahr 2017 bekannt wurden. Die hohe Teilnehmerzahl insbesondere aus Deutschland zeigt einmal mehr die unverändert große Mobilisierungskraft und Bedeutung rechtsextremistischer Musik für den Zusammenhalt des subkulturell geprägten rechtsextremistischen Spektrums.

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