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Die Stärkung unternehmerischer Verantwortung im Fokus

BfV-Präsident Dr. Maaßen zu Gast bei den Baden-Badener Unternehmer Gesprächen

Logo der Baden-Badener Unternehmer Gespräche© BBUG

Am 20. März 2017 war der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Dr. Hans-Georg Maaßen, als Referent zu den 140. Baden-Badener Unternehmer Gesprächen (BBUG) eingeladen.

In einem ca. 30-minütigen Vortrag zum Thema „Deutsche Unternehmen im Fadenkreuz ausländischer Nachrichtendienste“ sensibilisierte Maaßen das Auditorium für das Interesse ausländischer Nachrichtendienste an den Ergebnissen deutscher Forschungseinrichtungen und an Produkten deutscher Unternehmen. Er wies darauf hin, dass manche Dienste den gesetzlichen Auftrag hätten, ihre eigene, heimische Wirtschaft mit Informationen über deren Konkurrenten zu versorgen. Sie seien dazu verpflichtet, eine technologische Vorherrschaft ihres Landes mit allen Mitteln zu verteidigen und beispielsweise in Erfahrung zu bringen, welche Angebote bei internationalen Ausschreibungen von ausländischen Firmen vorgelegt würden.

Maaßen unterstrich, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen von derartigen Spionageaktiitäten bedroht seien und gleichzeitig im Bereich des Wirtschaftsschutzes und der Spionageabwehr Defizite hätten. Ein erster Schritt zu einem Mehr an Sicherheit sei deshalb, sich Klarheit über die zu schützenden Werte zu verschaffen: darunter fielen Geschäftsideen und Strategien genauso wie Kunden- und Mitarbeiterdaten. In einem zweiten Schritt müssten dann potentielle Gefahrenquellen erkannt werden, wobei die Verfassungsschutzbehörden beratend zur Seite stünden.

Ein großes Problem, so Maaßen, seien die Risiken im Cyber-Raum: „Die sogenannte Industrie 4.0 bietet zwar viele Chancen hinsichtlich Produktivität, Profitabilität und Komfort. Sie eröffnet aber zugleich eine riesige Angriffsfläche. Unsere Gegner müssen nur die eine kleine Schwachstelle finden, um einem ganzen Unternehmen massiv schaden zu können.“

Im Anschluss stand der BfV-Präsident den Teilnehmern noch für eine rund 60-minütige Diskussion zur Verfügung. Dabei rückten besonders Fragen nach praxistauglichen Empfehlungen für eine Gefahrenabwehr in den Mittelpunkt. Maaßen erläuterte die Notwendigkeit, vor allem bei Dienstreisen im Ausland sorgsam mit Unterlagen und mobilen Datenträgern umzugehen und Verhaltensregeln für die eigenen Mitarbeiter aufzustellen.

Diskutiert wurden auch Desinformationskampagnen, die sich nicht nur gegen die Politik richteten, sondern auch gegen Unternehmen und einzelne Produkte. Maaßen erläuterte: „Neue Produkte werden im Internet oft schlechtgeredet. Unbedeutende Schwachstellen werden zu einem angeblich großen Versagen aufgebauscht, oder es wird das Fehlen einer bestimmten Eigenschaft beklagt, die vom Hersteller nie versprochen wurde.“ Sogenannte Social Bots gäben dabei im Internet die Meinung ihres Auftraggebers auf vielfältige Weise wieder und seien in der Lage, auch die Ergebnisse in Suchmaschinen zu manipulieren.

Über die Baden-Badener Unternehmer Gespräche

Die BBUG wurden 1955 ins Leben gerufen und gelten mit über 3.000 Absolventen heute als größte und älteste branchenübergreifende Alumni-Organisation der deutschen Wirtschaft. Sie werden rechtlich und finanziell von dem gleichnamigen gemeinnützigen Verein getragen, dem rund 120 Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Bank- und Versicherungswesen, Handel, Verkehr, Medien und Kommunikation – darunter mehrere DAX-30-Unternehmen und mittelständische Global Player – angehören.

Die Baden-Badener Unternehmer Gespräche gelten als wichtige und traditionsreiche Institution für die Führungskräfteentwicklung und Plattform des übergreifenden Dialogs zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ihre Aufgabe sehen die Mitgliedsunternehmen des die BBUG tragenden Vereins dabei vor allem darin, der nachfolgenden Generation von Wirtschaftsführern eine möglichst breite Perspektive für ihre Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft zu vermitteln. Nach diesem Selbstverständnis ist es vorrangiges Ziel der BBUG, oberste Führungskräfte (Vorstände, Geschäftsführer) in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung im Unternehmen, für die Gesamtwirtschaft sowie für das gegenwärtige und zukünftige Gemeinwohl zu stärken.

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