Zusammen gegen Proliferation:
Neue Broschüre veröffentlicht.

Wenn technologische Expertise, sensitives Material oder spezialisierte Güter unkontrolliert weitergegeben werden, entsteht ein Risiko, das ganze Regionen destabilisieren kann. Proliferation – die Weiterverbreitung von Technologien und Wissen zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen und ihren Trägersystemen – gehört zu den zentralen sicherheitspolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Trotz strenger Gesetze, EU-Sanktionen und umfassender Exportkontrollen suchen Risikostaaten immer wieder neue Wege, die Schutzmechanismen zu umgehen – häufig verdeckt, über verborgene Netzwerke und mithilfe ihrer Nachrichtendienste.
Erst im September 2025 musste sich ein kirgisisch-russischer Geschäftsmann vor dem Landgericht Frankfurt am Main verantworten. Er soll als Teil eines internationalen Firmennetzwerks maritime Güter für eine militärische Endverwendungen in Russland beschafft haben. Dabei habe er die tatsächlichen Endnutzer gegenüber den Exportkontrollbehörden verschleiert. Erkenntnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) haben wesentlich zum Erfolg des Ermittlungsverfahrens beigetragen.
Wie bei Spionage, Sabotage und Cyberangriffen arbeitet das BfV auch im Bereich der Proliferationsabwehr daran, Deutschlands Sicherheit zu schützen. Als Abwehrdienst beendet das BfV entsprechende illegale Aktivitäten fremder Nachrichtendienste. Neben diesen disruptiven Maßnahmen stärkt das BfV durch Prävention die Resilienz und das Risikobewusstsein in Wirtschaft und Wissenschaft. Genau hier setzt die neue Broschüre „Zusammenarbeit gegen Proliferation“ an: Sie informiert über die globale Bedrohung durch Proliferation, erläutert, warum Deutschland im besonderen Fokus proliferationsrelevanter Akteure steht und gibt Hinweise auf verdächtige Vorgehensweisen. Die Broschüre schafft so ein Bewusstsein für ein oft unsichtbares Thema und bietet gefährdeten Stellen Handlungsempfehlungen.
Die Veröffentlichung richtet sich an Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Im Detail geht sie auf die verdeckten Beschaffungsaktivitäten der Risikostaaten Russland, China, Iran, Pakistan und Nordkorea in Deutschland ein. Auch stellt die Übersicht die Tätigkeiten der Verfassungsschutzbehörden bei der Proliferationsabwehr dar. Darüber hinaus gibt die Broschüre einen praxisnahen Einblick in die geheimen Beschaffungsmethoden proliferationsrelevanter Akteure. Dafür werden sogenannte Red Flags aufgezeigt, die Hinweise darauf geben, potenziell kritische Geschäftsbeziehungen zu erkennen.
Proliferationsabwehr ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Nur wenn Verdachtsmomente früh identifiziert werden und Wissen geteilt wird, lassen sich Risiken minimieren und gefährliche Entwicklungen unterbinden.
Der Verfassungsschutzverbund bietet Unternehmen, Banken, Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Instituten eine individuelle, vertrauensvolle Zusammenarbeit an.
Lassen Sie uns zum Schutz Deutschlands gemeinsam Verantwortung übernehmen!
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