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Die Organisation der "Volksmodjahedin Iran" (in Farsi "Modjahedin-E-Khalq" oder kurz MEK genannt) galt bis in die jüngere Vergangenheit als eine schlagkräftige und militante iranische Oppositionsgruppe, die sich den gewaltsamen Umsturz des iranischen Regierungssystems zum Ziel gesetzt hatte. Bis zum Sturz Saddam Husseins unterhielt sie mit der "Nationalen Befreiungsarmee" (National Liberation Army, NLA) im Irak einen militärischen Arm, der in der Vergangenheit für zahlreiche terroristische Anschläge im Iran verantwortlich war. Als politischer Arm der MEK in Europa und Nordamerika fungiert der "Nationale Widerstandsrat Iran" (NWRI), der unter anderem durch massive Propaganda und systematische Geldbeschaffungsaktivitäten in Erscheinung tritt. Immer wieder gelingt es der MEK durch lautstarke und professionell betriebene Agitation, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen. Einen bislang beispiellosen Höhepunkt bildeten Selbstverbrennungsaktionen in London, Paris, Rom und Bern am 17./18. Juni 2003. Anlass waren Maßnahmen französischer Sicherheitskräfte im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen die MEK wegen des Verdachts krimineller Geldbeschaffungsmethoden, der Gründung einer terroristischen Vereinigung und weiterer Delikte (Durchsuchung der MEK-Europazentrale bei Paris und zwölf weiterer Objekte sowie die zeitweise Festsetzung von mehr als 150 Anhängern). Bei den Durchsuchungen wurden u.a. etwa 9 Millionen US-Dollar in bar sowie Kommunikationsgeräte und Sendeanlagen mit hoher Reichweite sichergestellt. Gegen elf Funktionäre, darunter auch Maryam Radjavi, Ehefrau des MEK-Führers Massoud Radjavi, wurden Haftbefehle erlassen. Maryam Radjavi, die von der Organisation als Exil-Präsidentin des Iran bezeichnet wird, wurde kurze Zeit später, ebenso wie die übrigen Festgenommenen, wieder auf freien Fuß gesetzt.
Diese Publikation beschreibt insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Irak die aktuelle Situation und Bedeutung der Organisation. Sie legt den nach wie vor totalitären Charakter der MEK dar, die sich– obgleich ihr militärischer Arm als zerschlagen gilt – bis heute nicht explizit von der Gewaltanwendung als Handlungsoption im Rahmen des politischen Kampfes distanziert hat.
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