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Thema: "Doppelstrategie des KONGRA GEL"

Doppelstrategie des KONGRA GEL
 
Gewaltfreie Protestaktionen in West-Europa einerseits, bewaffnete Auseinandersetzungen
in einigen Gebieten der Türkei andererseits, prägen die Strategie des "Volkskongresses Kurdistans" (KONGRAGEL). Die Geltungsdauer eines neuerlichen "einseitigen Waffenstillstands" bleibt ungewiss. Zudem wurden im Sommer 2006 mehrere Terroranschläge in der Türkei verübt, zu denen sich die "Freiheitsfalken Kurdistans" (TAK) bekannten.
In Deutschland unterliegt die "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) seit dem 26. November 1993 einem vereinsrechtlichen Betätigungsverbot, das sich auch auf Aktivitäten unter den Bezeichnungen "Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans" (KADEK) und KONGRAGEL erstreckt. 1 Zuvor hatte die Organisation 1993 auch in Deutschland mit einer Serie von Brandanschlägen die Schwelle zum Terrorismus überschritten. Trotz des Betätigungsverbots unterhält der KONGRAGEL in Deutschland weiterhin einen illegalen und konspirativen Funktionärsapparat.
Seit der Festnahme ihresAnführersAbdullah Öcalan im Jahr 1999 verhalten sich die aktuell etwa 11.500Anhänger des KONGRAGEL in Deutschland überwiegend gewaltfrei. Sie betreiben eine intensive Propagandaarbeit, organisieren Kampagnen und führen Veranstaltungen mit zum Teil großer Beteiligung durch. Darüber hinaus erzielt die Organisation in Deutschland jährlich Spendeneinnahmen in Millionenhöhe.
Nach wie vor sieht der KONGRAGEL in Öcalan die oberste Führungsinstanz.
Aufgrund seiner Inhaftierung kann er diese Funktion naturgemäß nur sehr eingeschränkt ausfüllen. Nach außen hin repräsentiert gegenwärtig der Vorsitzende des Präsidiums, ZübeyirAydar, der seinenWohnsitz in Belgien hat, den KONGRAGEL. Tatsächlich steuert hingegen der Vorsitzende des Exekutivrates, Murat Karayilan den Funktionärskörper der Organisation, vermutlich aus dem Kandil-Gebirge im Nordirak.
Die ursprünglich marxistisch-leninistisch orientierte PKK gründete sich am 27. November 1978 unter der Führung von Öcalan.
Ihr damaliges Ziel, einen Kurdenstaat sozialistischer Prägung zu errichten
und "Kurdistan vom imperialistischen und kolonialistischen System zu befreien und in einem einheitlichen Kurdistan eine demokratische Volksdiktatur zu gründen", hat sie mittlerweile aufgegeben und fordert stattdessen kulturelleAutonomie und lokale Selbstverwaltung der Kurden in einem System des "Demokratischen Konföderalismus
Kurdistans" (Koma Komalen Kurdistan, KKK). Im Rahmen einer geplanten Föderation der kurdischen Siedlungsgebiete in den Staaten Türkei, Iran, Irak und Syrien soll unterAchtung bestehender Staatsgrenzen eine stärkere politische Selbstbestimmung der kurdischen Volkszugehörigen erreicht werden.

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