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Vielen von uns erscheint es ganz selbstverständlich, in einer Demokratie zu leben. Wir wissen, dass in unserem Land die Menschenrechte durch das Grundgesetz garantiert sind. Freie Wahlen sind für uns normal. Wir können ungehindert reisen und müssen im Rechtsstaat Willkür nicht fürchten. Presse, Funk und Fernsehen unterliegen keiner Zensur. Die jeweils Regierenden werden vielfältig in ihrer Macht kontrolliert: Von Parlament, Opposition, unabhängigen Gerichten, von der öffentlichen Meinung und nicht zuletzt von den Wählern. Alles selbstverständlich?
Wir Deutschen haben immer wieder erlebt, wie gefährdet die freiheitliche Demokratie ist, und dass sie Gegner hat, die sie abschaffen wollen. So scheiterte der erste Versuch einer deutschen Demokratie, die Weimarer Republik. Von rechts und links verachtet und bekämpft, ging sie letztlich an ihrer Wehrlosigkeit zugrunde. Die Nationalsozialisten errichteten ihre Diktatur und konnten Verbrechen begehen, die in der Geschichte ohne Beispiel sind. Auch nach dem Krieg mussten Millionen Deutsche die Demokratie entbehren. Die kommunistische Gewaltherrschaft unterdrückte die Menschen in der DDR über viele Jahrzehnte. Sie stellte mit ihrem totalitären Anspruch und den von ihr finanzierten und gesteuerten Gesinnungsgenossen in der Bundesrepublik auch für uns eine ständige Bedrohung der Freiheit dar. Die Bundesrepublik hat aus den bitteren Erfahrungen der Deutschen gelernt. Ihr Grundgesetz ist die Verfassung eines dem Frieden verpflichteten demokratischen Rechtsstaates. Ihre obersten Werteprinzipien stellen unsere freiheitliche demokratische Grundordnung dar. Sie stehen für niemanden zur Disposition, sie sind absolut geschützt.
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