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Wappen des Bundesamtes für Verfassungsschutz
Illustration zu www.bmi.bund.de
 

Forschungsvorhaben zur Organisationsgeschichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz 1950-1975, unter besonderer Berücksichtigung der NS-Bezüge früherer Mitarbeiter in der Gründungsphase

Forschungsvorhaben zur Organisationsgeschichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz 1950-1975, unter besonderer Berücksichtigung der NS-Bezüge früherer Mitarbeiter in der Gründungsphase
 
Die transparente und wissenschaftliche seriöse Aufarbeitung der eigenen Geschichte ist dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ein wichtiges Anliegen. Ab November werden Prof. Dr. Constantin Goschler und Prof. Dr. Michael Wala vom Historischen Institut der Ruhr-Universität Bochum die Organisationsgeschichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz der Jahre 1950 bis 1975 erforschen. Ein besonderes Augenmerk bei diesem Forschungsvorhaben wird dabei auf NS-Bezüge von früheren Mitarbeitern in der Gründungsphase des Amtes liegen. Die Ergebnisse ihrer Forschung werden die Wissenschaftler nach Abschluss der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ende 2007 erteilte die Amtsleitung des BfV den Auftrag, die Voraussetzungen für eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Gründungsgeschichte des BfV zu schaffen und ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Diese Vorbereitungen mündeten in das im November 2010 öffentlich ausgeschriebene Forschungsvorhaben "Organisationsgeschichte des Bundesamtes für Verfassungsschutz 1950 - 1975 unter besonderer Berücksichtigung der NS-Bezüge früherer Mitarbeiter in der Gründungsphase".

Die Geschichte des 1950 eingerichteten Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) ist bislang nicht Gegenstand einer umfassenden wissenschaftlichen Erforschung gewesen. Insbesondere im Blick auf die Gründungsphase des BfV von 1950 bis 1975 steht eine zeitgeschichtlich fundierte, kontextorientierte und kritische Aufarbeitung der Nachwirkungen des Nationalsozialismus auf den 1949 dezidiert als Wesensmerkmal der "wehrhaften Demokratie" bestimmten vorverlagerten Verfassungsschutz bislang aus. Konkretes Forschungsdesiderat ist in diesem Zusammenhang die Frage nach der Personalstärke NS-belasteter früherer Mitarbeiter sowie ihres Einflusses auf die Arbeit und Organisationskultur des deutschen Inlandsnachrichtendienstes.

Seit Ende 2007 erfolgt auch der systematische Aufbau des BfV-Aktenbestandes im Bundesarchiv (BArch) in Koblenz sowie die archivalische Erschließung des Materials. 60 Jahre nach der Einrichtung des BfV stehen nunmehr wesentliche Grundlagen für eine quellengestützte zeitgeschichtliche Untersuchung zur Verfügung. Das wissenschaftliche Konzept sieht vor, die NS-Bezüge früherer Mitarbeiter des BfV im Kontext einer umfassenden Organisationsgeschichte des Bundesamtes zwischen 1950 und 1975 zu erforschen und im Zusammenhang der deutschen Nachkriegsgeschichte objektiv zu gewichten.


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