Von den 500.000 bis 600.000 ethnischen Kurden in Deutschland gehören etwa 11.500 Personen zum konstanten Anhängerpotenzial der "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK). Die Lage der Kurdischen Minderheit in der Türkei hat immer wieder starken Einfluss auf das Aktionsverhalten in Deutschland. Während im türkisch-irakischen Grenzgebiet nach wie vor militärische Auseinandersetzungen zwischen türkischer Armee und den "Volksverteidigungskräften" (HPG), dem bewaffneten Arm der PKK, an der Tagesordnung sind, liegen die wesentlichen Aktivitäten hierzulande im Bereich der Propagandaarbeit sowie der logistischen und finanziellen Unterstützung der Gesamtorganisation.
- "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK)/"Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans" (KADEK) /"Volkskongress Kurdistans" (KONGRA GEL), Verbotsverfügung des Bundesministeriums des Innern vom 26.11.1993.
Die seit 1993 mit einem Betätigungsverbot des BMI belegte und seit 2002 von der EU als terroristische Organisation gelistete "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK), die daneben unter weiteren Bezeichnungen auftritt, verfolgt eine Doppelstrategie. Auf der einen Seite führt sie einen bewaffneten Kampf in der Türkei und im Grenzgebiet zum Nordirak, auf der anderen Seite tritt sie weitgehend friedlich in Europa auf. Ihre zentrale Forderung zielt auf mehr politische und kulturelle Eigenständigkeit der Kurden in ihren Herkunftsländern, insbesondere in der Türkei. Als Reaktion auf exekutive Maßnahmen gegen die PKK in Deutschland – u.a. das Verbot des Fernsehsenders "Roj TV" – entführten die "Volksverteidigungskräfte" (HPG), die Guerillaeinheiten der PKK, im Juli 2008 im Osten der Türkei drei deutsche Bergsteiger und hielten diese zwölf Tage in ihrer Gewalt. Im Zusammenhang mit der Behauptung der PKK, ihr inhaftierter Führer Abdullah Öcalan sei von Gefängniswärtern misshandelt worden, kam es im Oktober 2008 in mehreren deutschen Städten zu zahlreichen Brandanschlägen und Sachbeschädigungen. Zu mehreren dieser Aktionen bekannten sich die "Komalen Ciwan", die Jugendorganisation der PKK.